Schulung · Photovoltaik am Balkon

Strom vom eigenen
Balkon.

Vom einfachen Stecker-Solargerät bis zur Nulleinspeisung mit Speicher –
Schritt für Schritt erklärt, ohne Fachchinesisch.

01 Einsteiger-System

Zwei Panele, ein Stecker.

Die Panele machen aus Sonnenlicht Gleichstrom, der Mikro-Wechselrichter macht daraus normalen Haushaltsstrom – per Gesetz höchstens 800 Watt. Bis zu dieser Grenze genügt die einfache Meldung beim Netzbetreiber, kein Elektriker nötig. Eingespeist wird über eine gewöhnliche Steckdose: Kühlschrank, Router & Co. bedienen sich zuerst am eigenen Strom.

2 × Panel · je ~430 Wp DC→AC Mikro-Wechselrichter · 800 W max. 800 W Schuko-Steckdose Hausnetz · 230 V
Energiefluss

02 System mit Speicher

Tagsüber laden, abends nutzen.

Vier Panele liefern in der Spitze zusammen rund 1.700 Watt – deutlich mehr, als die 800-Watt-Grenze ins Hausnetz durchlässt. Ohne Speicher müsste der Wechselrichter die Mittagsspitze einfach wegwerfen. Mit Speicher gilt die Grenze nur am Ausgang: Alles darüber wandert in die Batterie und kommt abends wieder raus, wenn Herd und Fernseher laufen.

Tag 4 × Panel · je ~430 Wp zusammen ~1.700 Wp Speicher ~2 kWh · WR integriert max. 800 W Schuko-Steckdose Hausnetz
Energiefluss Tag/Nacht-Zyklus läuft automatisch

Wohin mit dem Strom? Drei Betriebsarten

Modus 1

Battery First

Erst wird der Speicher vollgeladen, dann bekommt das Haus etwas ab. Maximale Reserve für den Abend.

Haken: Tagsüber kauft man womöglich Netzstrom, obwohl die Sonne scheint.

Modus 2

Grid First · fixe Leistung

Der Wechselrichter speist konstant einen fest eingestellten Wert ein, etwa 300 W für die Grundlast. Der Rest lädt den Speicher.

Haken: Der Wert ist geraten – zu hoch heißt verschenken, zu niedrig heißt zukaufen.

Modus 3

Dynamisch geregelt

Kein Raten mehr: Ein Messkopf misst den echten Verbrauch, und der Wechselrichter liefert sekündlich genau so viel.

Das ist die Nulleinspeisung → weiter zu 03

03 Nulleinspeisung

Nichts verschenken.

Überschüssiger Strom fließt normalerweise ins öffentliche Netz – beim Balkonkraftwerk gibt es dafür kein Geld, es ist ein Geschenk an den Netzbetreiber. Statt die Ausgangsleistung fix einzustellen und zu raten (Modus 2), misst ein Messkopf am Zählerkasten laufend, was das Haus wirklich braucht, und meldet es dem Wechselrichter. Der liefert dann genau so viel – und keinen Watt mehr.

WR Balkonkraftwerk – W Hausnetz 3EM misst laufend Zählerkasten · Shelly Pro 3EM Öffentliches Netz – W 0 W Regelsignal: „Haus braucht gerade x Watt“
Energiefluss Steuersignal

Simulation: Das Haus lebt – was macht der Wechselrichter?

Das Haus gerade

    Verbrauch: W

    Fix eingestellt: 400 W

    • WR liefert stur400 W
    • verschenkt ins Netz
    • zugekauft

    seit Seitenaufruf verschenkt: 0 Wh

    Nulleinspeisung

    • WR folgt dem Verbrauch
    • verschenkt ins Netz0 W
    • zugekauft (nur über 800 W)

    seit Seitenaufruf verschenkt: 0 Wh

    04 Mein System · Live

    So sieht das in echt aus.

    Dasselbe Prinzip, nur größer – und gleich zweimal: ATLAS, vier bifaciale 450-W-Panele am Growatt-Speicher mit vier Batteriemodulen, und HELIOS, vier flexible Anker-Module mit eigenem kleinen Wechselrichter, der alles sofort direkt einspeist. Die Zahlen kommen live aus meinem Home Assistant – kein Schaubild, sondern mein Haus, jetzt gerade.

    Und der Speicher denkt mit: Ein Algorithmus beobachtet rund um die Uhr die Strombörse (EPEX Spot) und lädt die Batterien gezielt in den günstigsten Stunden aus dem Netz – oft nachts, wenn Strom fast nichts kostet. Abends ersetzt er dann den teuren Strom. Der Speicher kauft also billig ein und spart doppelt.

    verbinde …

    ATLAS · 4 × 450 Wp bifacial – % Growatt NEXA · 4 Module HELIOS · 4 × Anker flexibel DC→AC Mikro-WR · speist immer direkt ein – W Hausnetz Netz · Shelly Pro 3EM – W – W – W – W
    Energiefluss Aktualisierung alle 10 s